NIEMALS VERGESSEN

Februargedenken
Bild: Robert Kratzer

Der 12. Februar erinnert uns Jahr für Jahr daran, dass Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit niemals selbstverständlich sind.

Bei uns in Döbling tobten die Februarkämpfe 1934 vor allem im und um den Karl-Marx-Hof am heftigsten. Um der vielen Opfer der Kämpfe hier in Döbling und in ganz Österreich zu gedenken, legen Vertreter der SPÖ Döbling traditionell jedes Jahr einen Kranz am Karl-Marx-Hof nieder.

In kurzen Gedenkansprachen mit historischem Rückblick haben die Vorsitzende der SPÖ Döbling, Landesparteisekretärin GRn Barbara Novak, der Vorsitzende der Döblinger Freiheitskämpfer Christian Sevcik und als Vertreter der Jugendorganisationen Alexander Ackerl den Anwesenden für ihr Kommen gedankt.

 

Wir gedenken am 12 Februar jener Menschen, die 1934 im Aufstand der österreichischen Sozialdemokratie für unsere Ideologie gekämpft haben und gestorben sind. Deshalb ist auch der Karl Marx Hof heute noch ein wichtiger Ort für die Sozialdemokratie. Er wurde 1934 von der Schutzbund-Gruppe von Emil Swoboda verteidigt, was zu seiner Festnahme und Hinrichtung führte. 1948 wurde der Gemeindebau in der Heiligenstädter Straße 80 nach ihm benannt um seines Einsatzes und der Opfer für die Sozialdemokratie zu gedenken.

Auf den Bürgerkrieg folgte das Verbot der Sozialdemokratischen Partei, der Gewerkschaften und sämtlicher sozialdemokratischer Organisationen. Wichtige FunktionärInnen der Partei, wie Otto Bauer oder Julius Deutsch, konnten ins benachbarte Ausland fliehen, viele andere wurden verhaftet und ins Anhaltelager Wöllersdorf gebracht. Die Opposition war damit ausgeschaltet und am 1. Mai 1934 trat die Verfassung des austrofaschistischen Ständestaates in Kraft.

Unser Gedenken gilt auch den mehr als 300 ArbeiterInnen, die den Einsatz für Frieden und Demokratie mit Ihrem Leben bezahlen mussten. Besonders erwähnenswert ist dabei Prof. Rudolf Gelbard, der, nachdem er die Nazigräuel gegen jüdische MitbürgerInnen am eigenen Leib erfahren hatte, sich Zeit seines Lebens als Mitglied der Sozialdemokratischen FreiheitskämpferInnen für die Aufklärung über die NS-Verbrechen eingesetzt hatte.

Bild: Robert Kratzer